Warum ist das Laden im öffentlichen Raum so relevant?

Dez 14, 2022

Wenn wir an das Laden eines Elektroautos denken, haben wir meist ein Fahrzeug im Kopf, das in der Einfahrt eines Einfamilienhauses parkt und mittels Wallbox mit Strom aus erneuerbaren Energien geladen wird. Doch das ist nur die halbe Wahrheit, denn 40 bis 60 % der in deutschen Städten lebenden Autofahrer*innen haben keinen privaten Stellplatz zur Verfügung. Sie stellen ihr Auto am Straßenrand oder auf öffentlichen Parkplätzen ab. Bedeutet das also, dass die Vorzüge eines Elektroautos für diese riesige Zielgruppe nicht zugänglich sind und sie zuhause nicht laden können? Das wäre nicht nur für die Geldbeutel sowie den Komfort der Fahrer*innen, sondern schließlich auch für die Umwelt ein fataler Verlust.

Städte erkennen Relevanz öffentlicher Ladeinfrastruktur

Glücklicherweise ist dies nicht der Fall, denn immer mehr Städte und Kommunen haben die Notwendigkeit öffentlicher Ladeinfrastruktur erkannt und setzen nun auf deren Auf- und Ausbau. Die britische Hauptstadt London verfügt als Vorreiterin in diesem Segment bereits über eine sehr weit verbreitete öffentliche Ladeinfrastruktur, aber auch viele deutsche Städte ziehen nach – trotzdem gibt es vielerorts noch Nachholbedarf. Dabei ist es stets wichtig, nutzer*innenfreundliche Lösungen zu schaffen, die einfach zu bedienen und zu erreichen sind, um die E-Mobilität weiter voranzutreiben. Es kommt also darauf an, die Gewohnheiten der urbanen Bevölkerung zu verstehen und diese Erkenntnisse in die Planung und Umsetzung der Ladeinfrastruktur einfließen zu lassen. Doch was bedeutet das für die Städte und Kommunen?

Gewohnheiten der Bürger*innen verstehen

Zunächst gilt es zu beachten, dass Autos vor allem eins tun: Parken. Und das in der Regel rund 23 Stunden am Tag: vor dem Arbeitsplatz, vor dem Supermarkt, im Parkhaus, vor der Wohnung unserer Freund*innen oder eben unserer eigenen Bleibe. Und genau in dieser langen Zeit können viele E-Autos in aller Ruhe laden – vorausgesetzt, die Relevanz öffentlicher Ladestationen wurde in der betreffenden Stadt bereits erkannt und die Infrastruktur entsprechend der Bedürfnisse der Anwohner*innen ausgebaut. Denn wenn wir immer eine Tankstelle oder einen speziellen Parkplatz mit E-Ladestation finden müssen, gehen der Spaß und die Alltagstauglichkeit des elektrischen Fahrens schnell verloren. Dabei wird klar: Laden ist nicht gleich tanken, denn Strom ist überall – er muss nur entsprechend einsetzbar sein.

Bundesregierung unterstreicht Relevanz

Das hat auch die Bundesregierung erkannt und darum den Masterplan Ladeinfrastruktur II entwickelt, der einen zügigen Aufbau einer flächendeckenden und benutzerfreundlichen Ladeinfrastruktur vorantreiben möchte. Bis 2030 sollen im Zuge dessen eine Million öffentliche und diskriminierungsfreie Ladepunkte entstehen. Hierfür stellt der Bund immer wieder Förderprogramme und -aufrufe für den Aufbau öffentlicher Ladeinfrastruktur bereit. Zudem steigt auch die Nachfrage der Verbraucher*innen nach öffentlichen Lademöglichkeiten stetig. Die etwas ernüchternde Realität zeigt jedoch, es gibt noch viel zu tun: Anfang September 2022 standen Fahrer*innen in Deutschland laut der Bundesnetzagentur 68.275 Ladepunkte zur Auswahl. Doch um das von der Bundesregierung anvisierte und für die wachsende Anzahl an E-Autos notwendige Ziel bis 2030 zu erreichen, muss der Ausbau in den kommenden Jahren an Fahrt aufnehmen – rein rechnerisch müssten dazu monatlich etwa 10.750 Ladepunkte dazu kommen. Ein anspruchsvolles, aber nicht unrealistisches Ziel: Mit einem Partner wie ubitricity an der Seite gelingt es, schnell, unkompliziert und kosteneffizient Ladepunkte zu schaffen.

Die Mischung macht’s

Städte und Kommunen sollten beim Ausbau ihrer Ladeinfrastruktur besonders die Bedürfnisse Ihrer Anwohner*innen berücksichtigen. Denn mit Blick auf die Lebensweise der Autofahrer*innen stellen wir fest, dass es unterschiedliche Anforderungen an Ladestationen gibt. Dabei kann es notwendig sein, das E-Auto sehr schnell aufzuladen, während manchmal dafür mehr als genug Zeit zur Verfügung steht. Klar, an den E-Ladesäulen der Autobahnraststätten soll es natürlich möglichst fix gehen, aber über Nacht, wenn das Auto an der Straße parkt, gibt es keinen Grund zur Eile. Eine besonders effiziente Lösung ist dann zum Beispiel das Laternenladen. Hier werden bestehende Straßenlaternen im urbanen Raum kurzerhand zur öffentlichen Ladestation umgebaut. Ohne großen Aufwand, Tiefbauarbeiten oder eine komplizierte Installation geht vielen Städten und Kommunen hier bereits ein energetisches Licht auf. Denn das einfache und anwenderfreundliche Laternenladen bietet einige Vorteile. Die gemächliche Energiezufuhr mit Niederspannung belastet das Stromnetz weniger, vermeidet Leistungsspitzen und verlängert durch den schonenden Ladevorgang sogar die Lebensdauer der Autobatterie. Gleichzeitig werden die Ladesäulen bei Dunkelheit optimal ausgeleuchtet.

Die innovativen Laternenladepunkte, wie sie ubitricity anbietet, fügen sich diskret in die bestehende Infrastruktur, sind flexibel installierbar und bedeuten geringe Kosten pro Ladepunkt.

Sie haben die Relevanz öffentlicher Ladepunkte erkannt und möchten mehr über die Laternenladepunkte und andere Ladelösungen von ubitricity erfahren? Dann freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme.

Alexander Werneier

Ich bin Alexander Werneier und als studierter Wirtschaftsingenieur bei ubitricity für die Entwicklung von Ladeinfrastrukturprojekten in Nordrhein-Westfalen zuständig. Die dortige große Offenheit für Smart City-Lösungen und die rasante Bewegung im Bereich Elektromobilität bietet für unser innovatives Konzept des Laternenladens den idealen Nährboden. Dies motiviert mich tagtäglich, die Städte und Kommunen des bevölkerungsreichsten Bundeslandes in Deutschland darin zu unterstützen, unkompliziertes öffentliches Laden in ihren Lademix zu integrieren. Zudem berate ich zu den Ausschreibungen der öffentlichen Hand, die im deutschen Markt bekanntgegeben werden.