Städte und Kommunen, die sich mit dem Auf- und Ausbau ihrer öffentlichen Ladeinfrastruktur beschäftigen, stehen häufig vor der Frage, für welche Ladetechnologien sie sich entscheiden sollten. Doch die Antwort darauf ist simpel: alle.

Denn nur ein Zusammenspiel aus Schnell-, Normal- und Laternenladesäulen deckt die Bedürfnisse von E-Fahrer*innen passend ab. Dieser sogenannte Lademix beschreibt die verschiedenen Ladetechnologien im optimalen Verhältnis zueinander. Wie sieht das in der Praxis aus?

 

Praxisbeispiel: Ein „vollgeladener“ Tag mit Frau E.

 

Werfen wir einen Blick auf einen Tag im Leben der fiktiven E-Mobilistin Frau E. Sie wohnt in einem Reihenhaus mit 20 anderen Parteien mitten in der Stadt, fährt seit einem Jahr ein E-Auto, besitzt jedoch keinen eigenen Stellplatz. Damit ist sie, wie rund die Hälfte der Bewohner*innen deutscher Groß- und Kleinstädte, auf öffentliche Lademöglichkeiten angewiesen.

Morgens fährt sie, wie viele Bürger*innen, mit dem Auto zur Arbeit. Ihre Firma ist sehr groß und bietet Parkplätze mit E-Lademöglichkeiten. Zum Glück hat Frau E. noch einen erwischt. Hier wird ihr E-Fahrzeug mit niedriger Geschwindigkeit bei einer längeren Standzeit geladen, da Frau E. sich ja mehrere Stunden in der Firma aufhalten wird. Aber nicht jedes Unternehmen hat die Relevanz von eigenen Ladepunkten schon erkannt oder verfügt über viele Parkmöglichkeiten. Hier sind wiederum die Kommunen gefordert.

 

Aufladen je nach Alltagssituation

 

Gegen 16:00 Uhr verlässt Frau E. die Arbeit und fährt noch schnell zum Einkaufen. Auf dem Parkplatz des Supermarkts gibt es Parkplätze mit Schnelllademöglichkeiten, doch die sind rar gesät und Frau E. findet nur belegte Ladesäulen vor. Das macht aber nichts, da ihr Akkustand durch das Laden in der Firma noch genügend Reichweite ermöglicht.

Nach dem Einkauf fährt Frau E. ins Sportstudio in der Nähe einer Autobahnabfahrt. Hier entdeckt Frau E. auf einem Parkplatz ein freies High Power-Ladegerät für sehr schnelles Laden. Das Schnellladen wäre für Frau E. aber teurer. Da sie heute keine langen Überlandstrecken mehr fahren muss, wartet sie lieber noch, bis sie zu Hause ist, wo sie eine günstigere Ladeoption nutzen kann. Auf einem Wochenendausflug würde sie unterwegs von diesen Ladestationen profitieren, da sie in kurzer Zeit wieder Fahrleistung nachladen könnte.

Am Abend parkt Frau E. vor ihrem Reihenhaus auf der Straße und nutzt über Nacht einen der innovativen Laternenladepunkte von ubitricity. Der Ladepunkt an der Straßenlaterne vor ihrem Haus lädt zwar langsamer, aber der Akku kann während der langen Standzeit schonend voll aufgeladen werden, da das Fahrzeug über Nacht parkt.

 

Ladetechnologien: Der Mix macht den Unterschied

 

Je nach Tageszeit oder Fahrsituation müssen also andere Lebensnotwendigkeiten der E-Fahrer*innen abgedeckt werden. Wir haben anhand des Tagesablaufs von Frau E. gesehen, dass je nachdem, welches individuelle Bedürfnis an Mobilität im Vordergrund steht, der Aufbau von Ladeinfrastruktur aller Ladetechnologien und in den verschiedenen öffentlichen, privaten und halböffentlichen Bereichen berücksichtigt werden muss.

 

Die wichtigsten Faktoren für den Ausbau sind also:

  1.   Standzeiten
  2.   Kosten
  3.   Angebote durch private Lademöglichkeiten
  4.   Ladegeschwindigkeit

 

Betrachtet man die Anforderungen an die öffentliche Ladeinfrastruktur, lässt sich basierend auf unserem Praxisbeispiel feststellen, dass schneller und stärker nicht immer besser ist. Eine bedarfsgerechte Mischung verschiedener Ladetechnologien orientiert sich an den Wünschen und Bedürfnissen der E-Fahrer*innen und bringt eine urbane Ladeinfrastruktur deutlich voran. Die ubitricity Grafik beschreibt das Zusammenspiel der Faktoren innerhalb des Lademixes.

Das hier beschriebene Laternenladen kann damit in Zukunft sicherlich eine entscheidende Rolle spielen. Die entsprechenden Hardware- und Installationskosten sind niedrig. Und ein Laternenladepunkt ist schneller installiert, da er weniger Technik benötigt und nicht so komplex aufgebaut ist wie eine Schnellladestation. Mit der Laterne ist die „Basisinstallation“ zudem bereits vorhanden. Die längere Ladezeit passt gleichzeitig hervorragend zu der langen Parkzeit über Nacht. Die schlanke Ladesäule „Heinz“ von ubitricity fügt sich auch noch harmonisch ins Stadtumfeld ein.

Der Bedarf jedenfalls ist da: 40 – 60 % der E-Auto-Fahrer*innen verfügen über keine private Lademöglichkeit. 

ubitricity kann hier mit einem breitgefächerten Portfolio für den Ausbau der Ladeinfrastruktur einen wertvollen Beitrag zur Verbreitung der E-Mobilität leisten. Sie möchten mehr über die Technologie für die unterschiedlichen Ladeszenarien erfahren? Lesen Sie hier den zweiten Teil unseres Artikels hier.