Mobile Metering

  • Kann ich mein E-Fahrzeug nicht einfach an meiner Steckdose zu Hause laden?

    Das geht auch. Ohne separate Messung sind aber keine vom Hausstromtarif abweichenden separaten Tankstromtarife bzw. Stromeigenschaften (z.B. Ökostrom) für Nutzer möglich. Für eine smarte Netzintegration ist es ebenfalls sehr nachteilig, wenn der zu regelnde Verbraucher nicht erfasst wird. Sondertarife für überschüssigen Windstrom können dann nicht genutzt werden.

    Und: in einer Hausgemeinschaft müsste der Tankstrom® für E-Fahrzeugnutzer beispielsweise von allen Mitgliedern gezahlt werden, da Strom am Parkplatz Hausstrom ist, d.h. über den Hausstromzähler und nicht den Zähler des einzelnen Nutzers läuft.

  • Warum sind viele Ladestationen notwendig? Es gibt doch auch viel mehr Autos als Tankstellen?

    Mobile Metering soll E-Fahrzeugen ermöglich, überall, wo das Auto abgestellt wird, auf smarte Weise den eigenen Strom zu laden. Dadurch können Sie Ihren Strom aus Steckdosen tanken, die zum Beispiel am Arbeitsplatz installiert sind.

    Im Idealfall sollten so viele Lademöglichkeiten existieren wie Parkplätze. Davon gibt es deutlich mehr als Tankstellen. Wir rechnen damit, dass für jedes E-Fahrzeug drei bis fünf Lademöglichkeiten benötigt werden, um eine komfortable Ladung zu ermöglichen und um möglichst immer am Netz sein zu können. Nur so wird auch die flächendeckende Netzintegration der E-Fahrzeuge möglich. Die vom Wetter abhängige Erzeugung von Wind- und Sonnenstrom kann in Zukunft beim Laden berücksichtigt werden.

  • Warum soll jedes E-Fahrzeug mit einen geeichten Zähler herum fahren? Sind das nicht mehr Zähler als nötig?

    Um E-Fahrzeuge überall laden zu können werden mindestens viermal mehr Lademöglichkeiten als Fahrzeuge benötigt, idealerweise an jedem Parkplatz.

    Stationäre Zähl-, Kommunikations- und Sicherheitstechnik in Wallboxen/Ladesäulen kostet Geld. Zusätzlich entstehen beim Betrieb ganz erhebliche laufende Kosten für die Erfassung der Verbrauchsdaten – und zwar an jedem einzelnen Zähler. Das wäre zu teuer. Bei der mobilen Messdatenerfassung („Mobile Metering") wird ein Zähler einmalig in das E-Fahrzeug integriert, d.h. es existiert nur ein Zähler pro E-Fahrzeug, so dass keine zusätzlichen Betriebskosten durch die Infrastruktur entstehen. Die Kosten für flächendeckende Anschlussmöglichkeiten sowie das Mess- und Abrechnungssystem werden auf diese Weise so weit gesenkt, dass Stromlieferung und Netzdienstleistungen komfortabel und kostengünstig erbracht werden können. So werden viele Lademöglichkeiten zu niedrigsten Kosten ermöglicht.

    Statt überall, wo ein E-Fahrzeug laden soll, einen Zähler zu installieren, bringt das E-Fahrzeug seinen Zähler einfach mit. So spart man im Endeffekt drei von vier Zählern und die entsprechenden laufenden Kosten ebendieser.

  • Erlaubt das Mobile Metering das Bezahlen in bar, mit EC-Karte oder Prepaid-Tarife?

    Generell ist ein Vorteil des Systems, dass man überall Laden kann und am Ende nur eine Rechnung bekommt, ganz ähnlich wie dies heute beim Mobilfunk funktioniert. Die Möglichkeit bar oder mit EC-Karte zu bezahlen oder Prepaid-Tarife einzuführen, wird z.B. für Parkhäuser geprüft.

  • Was passiert, wenn die Mobilkommunikation gestört ist? Wird mein E-Fahrzeug dann nicht geladen?

    Das Laden wird in solchen Fällen auch ohne Mobilkommunikation mit Hilfe einer nachträglichen Datenübertragung möglich sein.

  • Ist die Kommunikation über den Mobilfunk nicht leicht zu manipulieren?

    Entscheidend für die Kommunikation sind sichere Authentifizierung der Systemteilnehmer und sichere Übertragung der Messdaten mit aktuellen digitalen Signaturverfahren. Darüber hinaus werden die Daten verschlüsselt.

  • Warum erfolgt die Kommunikation nicht per DSL über das Stromnetz?

    Die Weiterleitung der Informationen über das Stromnetz ist bei der Vielzahl von Netzbetreibern umständlich und teuer und wird daher kostengünstig über die bereits vorhandenen Mobilfunknetze realisiert.

  • Ist es nicht einfacher, E-Fahrzeuge schnell zu laden oder einfach den leeren Akku zu wechseln?

    On-Board-Metering schließt andere Konzepte nicht aus. Alles bleibt möglich. Nutzer sollen an Ladesäulen anderer Anbieter ebenso ihr E-Fahrzeug beladen können wie an den im Rahmen dieses Konzepts entwickelten Systemsteckdosen, wobei die volle Funktionalität (Laden, Messen, Smart-Grid-Dienstleistungen) erhalten bleibt. Das Gleiche würde auch für den Austausch des Akkus gelten.

    Ein Großteil der gefahrenen Strecken kann aber mit dem langsamen Laden des Akkus realisiert werden, wenn man vorhandene Standzeiten - vor allem am Arbeitsplatz, bei längeren Einkäufen, etc. - bei einem weit verzweigten Netz sinnvoll zum Laden nutzt.

    Das „Strom-Tanken" an Schnellladestationen oder der Austausch des Akkus kann bei ohnehin geladenem Akku entfallen bzw. deutlich reduziert werden. Für die Nutzer der E-Fahrzeuge bedeutet das höheren Komfort, weniger „Tankzeit" und größere Fahrzeugverfügbarkeit, da sie im Prinzip nicht mehr extra zur „Tankstelle" fahren müssen. Ihnen stehen erheblich mehr Lademöglichkeiten zur Verfügung und sie sind dadurch unabhängiger von der weiteren Infrastrukturentwicklung. Das Konzept nutzt zudem niedrige Ladeströme als Ergänzung zum Schnellladen, was – ebenso wie rechtzeitiges Nachladen z. B. am Arbeitsplatz – Alterserscheinungen des Akkus entgegenwirkt.

  • Verbraucht ein E-Fahrzeug durch das Mehrgewicht der Messelektronik nicht mehr Strom?

    Die Messelektronik hat ein geringes Gewicht, das gerade auch auf Grund der höheren Effizienz von E-Fahrzeugen tendenziell vernachlässigbar ist.

  • Kann jeder Passant den Stecker ziehen, wenn ich nicht am Auto bin?

    Bei einem aktiven Ladevorgang erfolgt eine Verriegelung sowohl fahrzeug- als auch infrastrukturseitig. Der Stecker kann dann weder am Ladepunkt noch am Fahrzeug gezogen werden und das Kabel ist vor Diebstahl geschützt. Der Fahrer entscheidet selbst, wann der Ladevorgang beendet werden soll, indem er auf einen Entriegelungsknopf im Auto oder am Fahrzeugschlüssel drückt.